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Morddrohungen gegenüber Erzbischof Pedro Barreto, Paula Meza und Percy Malca

Vor wenigen Tagen erhielten Erzbischof Pedro Barreto aus Huancayo, die Ingenieurin Paula Meza und Herr Percy Malca, die sich für den Schutz der Umwelt und des Lebens in La Oroya, einsetzen, Morddrohungen. Vorausgegangen war eine von der Erzdiözese Huancayo veröffentlichte Presseerklärung zur Situation in La Oroya, in der es um die Folgen einer möglichen Wiederaufnahme der stillgelegten Schmelzhütte geht. Diese Schmelzhütte ist seit Juni 2009 geschlossen, weil dem Betreiber Doe Run das Geld ausgegangen war. Doch die Umweltschäden sind äußerst gravierend. Über 90 % der Kinder La Oroyas haben zum Teil massiv zu hohe Bleiwerte im Blut. Die enormen Mengen an Blei, Kadmium und Arsen verursachen Kopfschmerzen, Herzprobleme, Leber- und Lungenschäden bis hin zu Krebs. Auch das ganze, landwirtschaftlich bedeutende Flusstal ist von der Verschmutzung betroffen. Obwohl Doe Run sich 1997 bei der Übernahme dieser Schmelze zu dem Umweltprogramm PAMA (Programa de adecuacíon del manejo ambiental) verpflichtet hatte, konnten sie immer wieder eine Aufschiebung der Programmumsetzung erreichen. Inzwischen hat Doe Run angekündigt, die Produktion wieder aufzunehmen, während die peruanische Regierung voraussichtlich die Fristen für die Umsetzung des Umweltprogramms um 30 Monate erneut verlängern will. Als Reaktion ruft die Erzdiözese Huancayo in ihrer Pressemitteilung zum Schutz von Leben, der Gesundheit und Arbeit unter würdigen Bedingungen auf. Daher fordert sie, dass eine Wiederaufnahme der Schmelzhütte nur mit der gleichzeitigen Umsetzung des Umweltprogramms PAMA durchgeführt werden dürfe.

Erzbischof Pedro Barreto ist eingeladen zum 98. Deutschen Katholikentag vom 16.-20. Mai 2012 in Mannheim und wird Inputgeber und Teilnehmer einer Podiumsdiskussion „Brutales Gewinnstreben zerstört Pachamama – Klima- und Ressourcengerechtigkeit in Peru und Deutschland“ sein. Paula Meza war erst vor zwei Jahren zu einer Expertenrundreise in Deutschland. Diese Menschen kämpfen für mehr Gerechtigkeit, für ein Leben, in dem die Gesundheit und Leben eines Jeden zu schützen ist und sie werden bedroht.

Die Bergbaukampagne hat Barreto und Paula Meza in einem Brief ihre Solidarität ausgedrückt. Sie appelliert an die peruanische Regierung, sich nachdrücklich für die Sicherheit des Erzbischofs und seiner Mitarbeiter einzusetzen und eine weitere Verzögerung der Erfüllung der Umweltstandards nicht zu billigen. Des weiteren hat sie das BMZ, das Auswärtige Amt und politische Stiftungen aufgerufen, den Einsatz für eine lebenswerte Schöpfung und Umwelt, für die Rechte und Gesundheit der peruanischen Bevölkerung und für die Zukunft der Kinder zu unterstützen.