Autor: Silvia Bodemer

Ein wirksames Lieferkettengesetz schützt Mensch und Natur in Peru

Stellungnahme der Informationsstelle Peru e.V. und Kampagne Bergwerk Peru Ein wirksames Lieferkettengesetz schützt Mensch und Natur in Peru Als Netzwerk der Solidaritätsarbeit mit peruanischen Partner*innen unterstützen wir aktiv die Initiative für ein deutsches Lieferkettengesetz (https://lieferkettengesetz.de/). Es ist unerträglich, wie die Unternehmerverbände mit allen – auch unseriösen Informationen – dieses wichtige Instrument bekämpfen. Sie stellen sich so dar, als wären sie nicht in der Lage, die Lieferketten zu verfolgen und könnten daher die Missachtung von Menschen- und Umweltrechten nicht verhindern. Auf Produktions- und Lieferprozessen beruhende Qualitätsversprechen werden aber gegeben. In unseren 30 Jahren solidarischer Arbeit haben wir immer wieder ausbeuterische und umweltzerstörerische Unternehmen öffentlich kritisiert und die von ihrem Handeln betroffenen Arbeiter*innen sowie andine oder amazonische Gemeinden unterstützt. Dies betrifft insbesondere die Wirtschaftsbereiche, die für die Exporte Perus, insbesondere nach Europa und Deutschland, wichtig sind: Bergbau Peru fördert zahlreiche metallische Rohstoffe, darunter v.a. Gold und Kupfer. Beim Goldabbau werden „legal“ große Mengen von Zyanid und Quecksilber eingesetzt, und der Wasserverbrauch ist enorm. Andinen Gemeinden wird regelrecht ihr Wasser „gestohlen“. Vom illegalen Goldabbau im amazonischen Regenwald ganz …

Warum ist Cajamarca arm?

Rückhaltebecken der Yanacocha-Mine © Silvia Bodemer

von Silvia Bodemer, Koordinatorin der Kampagne Bergwerk Peru Warum ist Cajamarca arm? Eine richtige Interpretation der Zahlen führt zum Problem des Bergbaus Mirtha Vásquez, die Autorin des im nachfolgenden Text rezensierten Artikels, ist Juristin und war lange Jahre Direktorin der bergbaukritischen NGO GRUFIDES in Cajamarca. Sie wurde im Januar 2020 als Vertreterin von Cajamarca für die linke Frente Amplio als Abgeordnete ins peruanische Parlament gewählt. Zum Thema Bergbau bleibt sie weiterhin eine kritische Stimme. In einem Meinungsartikel für die Onlinezeitschrift El Buho legt sie anhand von Armutszahlen auf Disktriktebene dar, warum die Armut trotz großer Einnahmen aus dem Bergbau nicht sinkt. Daran schuld seien vor allem die Steuervergünstigungen, welche die Bergbaufirmen in Peru seit Jahrzehnten erhalten. Kontroverse um Armutszahlen Anlass für den  Artikel war eine Studie des Nationalen Instituts für Statistik und Informatik (INEI) mit Zahlen von 2018 zur monetären Armut auf Provinz- und Distriktebene. Demnach befinden sich von den 22 ärmsten Distrikten des Landes 16 in der Provinz Cajamarca und 10 davon gehören zum Einflussbereich des Conga-Projektes. An solchen Studien entbrennen regelmäßig Kontroversen, ob …

Neue Rohstoffstrategie der Bundesregierung verabschiedet

Peru ist ein wichtiger Rohstofflieferant für die deutsche Industrie, beispielhaft ist der große Kupferimporteur Aurubis in Hamburg zu nennen. Hier wird Kupferkonzentration zu Kupferkathoden geschmolzen, Ausgangsprodukt für die deutsche Elektroindustrie. Etwa 20 Prozent des von Aurubis importierten Kupfers stammen aus Peru. Dies macht deutlich, dass für Peru die Ausrichtung der Rohstoffpolitik der Bundesregierung eine große Bedeutung hat. Die Verankerung von menschenrechtlichen und Umweltkriterien in den Verpflichtungskatalog von Unternehmen könnte unmittelbare positive Auswirkungen auf die Situation in den peruanischen Bergbaugebieten haben. Doch der politische Wille dazu fehlt nach wie vor. Am 15. Januar 2020 verabschiedete das Kabinett die neue Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Für den bundesweiten Arbeitskreis Rohstoffe, ein Netzwerk deutscher NROs, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz im Rohstoffbereich einsetzen, bleibt die neue Rohstoffstrategie hinter dem Koalitionsvertrag und aktuellen Initiativen zur gesetzlichen Regulierung von Lieferketten und zur EU-Handelspolitik zurück. Der AK Rohstoffe veröffentlichte dazu eine Pressemitteilung, die auf der Webseite von Powershift e.V. nachzulesen ist. Die Kampagne Bergwerk Peru als Mitglied des AK Rohstoffe unterstützt diese Forderungen. https://power-shift.de/neue-rohstoffstrategie-der-bundesregierung-ignoriert-klimaschutz-und-menschenrechte/ Mehr zum Thema Deutsche Kupferimporte in …

Petition zur Initiative Lieferkettengesetz

Im Jahr 2020 wollen wir gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz Druck machen für verbindliche Regeln für deutsche Unternehmen, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Unterstützen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie die Petition an Angela Merkel: Mehr Informationen zum Engagement der Kampagne Bergwerk Peru und zur Initiative finden Sie hier: http://www.kampagne-bergwerk-peru.de/aktuelles/initiative-lieferkettengesetz-kampagne-bergwerk-peru-und-infostelle-peru-sind-als-unterstuetzer-organisationen-dabei/

Initiative Lieferkettengesetz: Kampagne Bergwerk Peru und Infostelle Peru sind als Unterstützer-Organisationen dabei

Gold- und Kupferminen, Staudämme, Palmöl-Plantagen: Wie oft erfahren wir von unseren Partnergemeinden und von den bergbaukritischen Organisationen und Netzwerken in Peru, wie bei Großprojekten die Rechte der einheimischen Bevölkerung missachtet, Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört werden. Das passiert überall auf der Welt, und oft sind in der Lieferkette deutsche Unternehmen involviert. Deshalb hat sich im August die „Initiative Lieferkettengesetz“ gegründet: Damit deutsche Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Die Kampagne Bergwerk Peru und die Informationsstelle Peru sind der Initiative als Unterstützerorganisationen beigetreten. Zentrales Element ist eine Online-Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Sie hier unterzeichnen können: http://www.kampagne-bergwerk-peru.de/aktionen/petition-zur-intitiative-lieferkettengesetz/ Nähere Informationen kann man in der Pressemitteilung vom 10.09.219 zum Launch der Initiative nachlesen: https://lieferkettengesetz.de/pressemitteilung/gegen-gewinne-ohne-gewissen-breites-bundnis-der-zivilgesellschaft-fordert-lieferkettengesetz/ Auf der Webseite findet sich auch weiteres umfangreiches Informationsmaterial zum Downloaden und Bestellen.

Ankündigung: Kampagne Bergwerk Peru beim Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund

© Publik-Forum

Die Kampagne Bergwerk Peru ist im Rahmen des Publik-Forum-Veranstaltungszentrums „Mensch, wem vertraust Du?“ zum Evangelischen Kirchentag 2019 an zwei Veranstaltungen beteiligt: Samstag, 22. Juni 2019, 11:00 bis 12.30 Uhr Doku-Lesung zum Odebrecht-Skandal: „Korruption – ein gesellschaftliches Krebsgeschwür“ Details im Kalender Samstag, 22.06.2019, 14.00 bis 16.00 Uhr Podium „Können wir uns die Schöpfung noch leisten? Zerstört der Kapitalismus die Schöpfung? Schließen sich Ökologie und soziale Gerechtigkeit aus?“, Details im Kalender Das Publik-Forum-Veranstaltungszentrum findet in der Katholischen Gemeinde St. Martin, Gabelsbergerstr. 32, 44141 Dortmund, statt. Der Besuch ist möglich ohne Eintrittskarte zum Kirchentag. Während des Kirchentags (19. bis 23. Juni 2019) wird dort außerdem die Ausstellung der Kampagne Bergwerk Peru gezeigt.

Das neue Gold der Anden: Lithium

© Andina
© Andina

von Heinz Schulze, mit fachlicher Unterstützung durch Ing. Peter Wicke, Günter Wippel und Peter Diehl (WISE – Uranium Project) Früher hieß weißes Gold mal Porzellan oder Elfenbein. Jetzt wird das Lithium mit Gold verglichen. Es ist ein Leichtmetall, ein Alkalitmetall. Es ist selten und hat an der Erdkruste einen Anteil von 0,006%. Interessant wurde es, als aus dem Lithium in den USA das Tritium gewonnen wurde – das zum Bau von Wasserstoffbomben diente. Lithium wird benötigt für Smartphones, Laptops, Elektro- oder Hybridautos, E-Bikes etc., steckt aber auch in Glas, Keramik oder findet als Schmiermittel Verwendung. Seit längerer Zeit sind Uranvorkommen in den südlichen Anden, nahe der Kleinstadt Macusani in der Provinz Carabaya, Departement Puno, bekannt. Sie befinden sich rund 150 Kilometer vom Titicacasee entfernt auf einer Höhe von 4.700 Metern. Wegen der Gefährlichkeit des Urans wurde die weitergehende Exploration geheim durchgeführt; man ging in Fachkreisen von mehr als 6 Millionen Tonnen Uran aus. Zusätzlich zum Uran wurde jetzt dort mineralisches Lithium („Spodumene“ – im Unterschied zu Salzlaken-Lithium) gefunden. Dieses mineralische Vorkommen könnte das größte in …

Titicaca-Film wieder auf Tour!

Copyright: Heeder Soto

Nach der Promo-Filmtour im letzten Jahr touren Heeder Soto und Kerstin Kastenholz dieses Frühjahr wieder mit dem Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ (Titicaca entre el oro y el mercurio) durch Deutschland. Bergbau und soziale Konflikte am Titicacasee Der Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ des peruanischen Filmemachers Heeder Soto handelt von den sozialen Konfl ikten in der peruanischen Region Puno am Titicacasee sowie auf der bolivianischen Seite des Sees, ihren Ursachen und Konsequenzen. Er verdeutlicht anhand von Zeitzeugenberichten, wie es zu Menschenhandel kommt, wie Flüsse durch Bergbau tot und vergiftet werden und welche Krankheiten Menschen und Tiere haben. In einem Schwenk nach Deutschland nimmt der Film in Interviews mit deutschen Aktivist/innen Bezug zum Widerstand gegen den Braunkohleabbau. Der Filmemacher Heeder Soto ist Künstler, Ethnologe und Dokumentarfilmer aus Ayacucho (Peru). Zuletzt war er mit seinem Film „Memory Walkers – Caminantes de la memoria“ (2014) in Deutschland auf Tournee. Die Termine im Einzelnen: 2. Mai, 19 Uhr | DÜREN | Haus der Evangelischen Gemeinde, Wilhelm-Wester-Weg 1 (mit Heeder Soto) 12. Mai, 14 Uhr | MÜNSTER (Katholikentag), …

Studie „Entwicklungsalternativen in Bergbauregionen Perus“

Copyright: SLE

2016 fand in den Regionen Junín und Cajamarca ein Studienprojekt des Seminars für Ländliche Entwicklung der Humoldt-Universität Berlin statt, das sich mit Problemen der Bergbauregionen Perus befasste und eine Analyse des Potenzials der Landwirtschaft als mögliche Diversifizierungsstrategie zum Ziel hatte. Die Studie wurde in Kooperation mit MISEREOR und dem zivilgesellschaftlichen Netzwerk RED MUQUI durchgeführt und ist jetzt erschienen. Die Studie „Entwicklungsalternativen in Bergbauregionen Perus“ kann kostenlos auf der Webseite des SLE heruntergeladen werden: https://edoc.hu-berlin.de/handle/18452/19346