Autor: Silvia Bodemer

Offener Brief zur Einführung von „fairem Gold“ in Deutschland

Copyright: Hildegard Willer

Mit einem Offenen Brief reagieren wir als Kampagne kritisch auf die Einführung von „fairem Gold“ in Deutschland. Der Offene Brief wurde am 30. März 2016 der Vertreterin von TransFair/Fairtrade-Deutschland bei einer Veranstaltung während der „FAIR HANDELN. Internationale Messe für Fair Trade und global verantwortungsvolles Handeln “ im Stuttgarter ICS-Messegelände übergeben. Offener Brief zum Download

Yanacocha: Máxima Acuña und ihre Familie erneut drangsaliert

Máxima Acuña und ihre Familie haben erneut von Drangsalierungen und Einschüchterungsversuchen gegen sie berichtet. Dieses Mal handelte es sich bei den Verantwortlichen um bewaffnete Angehörige des Sicherheitspersonals eines Bergbauunternehmens. Die Kleinbauernfamilie steht wegen der Eigentümerschaft des von ihr bewohnten Grundstücks im Norden von Peru mit dem Unternehmen im Rechtsstreit. Die Familie geht davon aus, dass die Drangsalierungen und Einschüchterungen darauf abzielen, sie von ihrem Land zu vertreiben. Laut verschiedener peruanischer Menschenrechtsorganisationen betraten am 2. Februar 2016 um 9:30 Uhr mehrere private Sicherheitsleute des Bergbauunternehmens Minera Yanacocha das Grundstück, auf dem Máxima Acuña und ihre Familie seit mehr als 20 Jahren leben, und zerstörten die Kartoffelernte, die den Eigenbedarf der Familie decken sollte. Die Familie meldete den Vorfall an die Staatsanwaltschaft. Zwei Tage zuvor war der Hund der Familie lebendig, aber mit einer Stichwunde am Hals, aufgefunden worden. Máxima Acuña und ihre Familie – Kleinbauern, die für den Eigenbedarf anbauen – stehen mit dem Bergbauunternehmen Minera Yanacocha wegen der Eigentümerschaft des von ihnen bewohnten Grundstücks in Tragadero Grande im Bezirk Sorochuco in der Region Cajamarca seit …

Vertreter von Red Muqui zu Besuch in Europa: Die andere Seite der Medaille

Javier Jahncke, Red Muqui
Copyright: Eva Tempelmann

Javier Jahncke und Mattes Tempelmann vom bergbaukritischen Netzwerk Red Muqui informierten während eine Rundreise in Deutschland und der Schweiz über die Folgen des Bergbaus in Peru Der Bergbau gilt für die peruanische Regierung als der Motor zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Trotz sinkender Rohstoffpreise hält sie an diesem Modell fest und senkt sogar Umwelt- und Sozialstandards, um mehr Investoren ins Land zu locken. Doch der Bergbau in Peru hat nachweisbar kaum nennenswerten positiven Effekte auf Beschäftigung, geschweige denn auf breitenwirksame Armutsminderung, insbesondere in den vom Bergbau betroffenen Regionen. Der Bergbau hinterlässt zerstörte Ökosysteme und die Mitsprache der Bevölkerung steht nur auf dem Papier. Soziale Umweltkonflikte zwischen der Lokalbevölkerung in Bergbaugebieten und den Bergbauunternehmen haben in den vergangenen zehn Jahren deutlich an Intensität und Zahl zugenommen. Über die Folgen des Bergbaus in Peru und mögliche Alternativen aus der Zivilgesellschaft haben Javier Jahncke und Mattes Tempelmann, Geschäftsführer und Mitarbeiter des landesweit agierenden bergbaukritischen Netzwerkes Red Muqui informiert. Vom 6. bis 17. Januar reisten sie durch Deutschland und die Schweiz und machten in Gesprächsrunden und Diskussionsabenden in Brüssel, …

Petition „Keine Rohstoffe, die Konflikte finanzieren!“

Die Kampagne Bergwerk Peru unterstützt eine Petition des Netzwerks „Stop Mad Mining“, mit der das Wirtschaftsministerium aufgefordert wird, sich für verbindliche Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette bei Konfliktrohstoffen einzusetzen. Das europäische Parlament hat sich in einer Abstimmung am 20. Mai für die Einführung einer verbindlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang der Lieferkette bei der Nutzung von Konfliktrohstoffen ausgesprochen (vgl. PowerShift). Es geht bei dieser Verordnung darum, dass europäische Unternehmen ihre Lieferketten überprüfen und ausschließen, dass durch den Erwerb von Rohstoffen Bürgerkriege oder blutige Konflikte, wie zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien oder Afghanistan, finanziert werden. Viele bewaffnete Gruppen erzielen Einnahmen aus dem Abbau oder dem Handel mit Rohstoffen. Jetzt müssen die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten den schwachen Entwurf der EU-Kommission überarbeiten (Informationen zu Lieferkettenverantwortung). Eine besondere Rolle kommt dabei der Bundesregierung zu. Sie diskutiert im Moment über eine Positionierung. Das Bundeswirtschaftsministerium hat bei Anhörungen im Parlament durchaus Bereitschaft signalisiert, eine EU-Verordnung verpflichtend zu gestalten. Vor allem Unternehmensverbände laufen dagegen Sturm. Daher ist es jetzt wichtig, sich für eine starke Regulierung auszusprechen …