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Eilaktion: Aktivist in Madre de Dios ermordet, Familie in Gefahr

© Xavier Arbex

Am 11. September 2020 wurde der Menschenrechtsverteidiger Roberto Carlos Pacheco von unbekannten Angreifern erschossen. Er hatte schon seit 2012 Morddrohungen erhalten, weil er sich gegen den illegalen Bergbau im Tambopata-Reservat in der Region Madre de Dios im Amazonas eingesetzt hat. Obwohl sie begrenzte Schutzmaßnahmen von den Behörden erhalten hatten, glauben seine Familienangehörigen, dass sie nach wie vor nicht sicher sind. Besonders Demetrio Pacheco, der Vater von Roberto Carlos Pacheco und Vizepräsident des Führungskomitees des Tambopata-Reservats, soll in Gefahr sein. Quelle: Amnesty International Deutschland Aktiv werden! Amnesty International hat daher eine Eilaktion gestartet. Wir unterstützen die fort formulierte Aufforderung an die Staatsanwältin, den Mord an Roberto Carlos Pacheco aufzuklären, die Verdächtigen zur Rechenschaft zu ziehen und die Familie Pacheco zu schützen und rufen zur Teilnahme auf. Die Aktion läuft bis 13.11.2020. Hier geht’s zur Eilaktion und weiteren Hintergrundinformationen.

Bundeswirtschaftsministerium blockiert Lieferkettengesetz: Schluss mit dem Verzögern und Verwässern!

Nachdem die Bundesregierung im Sommer die Eckpunkte für ein Lieferkettengesetz festgelegt hatte, ist nach wie vor unklar, ob und wann es zur Verabschiedung eines wirksamen Lieferkettengesetzes kommt. Das Thema wurde mehrmals von der Tagesordnung der Kabinettssitzungen gestrichen. Gegenwind kommt insbesonderes aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), das die Eckpunkte derart verwässern möchte, dass klar wird: Das Ministerium möchte ein wirksames Lieferkettengesetz verhindern. Das BMWi fordert, dass nur Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitern einbezogen werden, und will, dass die zivilrechtliche Klagemöglichkeit ganz herausgenommen wird. Das heißt, Betroffene könnten rechtlich weiterhin nicht gegen deutsche Unternehmen vorgehen, selbst wenn in ihrer Lieferkette wissentlich Menschenrechtsverletzungen begangen werden. Wir haben das BMWi mit Beispielen aus Peru konfrontiert, die wir in einer Stellungnahme im August zusammengestellt hatten (siehe hier). Die Antwort, die wir erhielten, blendete die Fakten in Peru völlig aus: Ein Lieferkettengesetz dürfe nicht dazu führen, dass sich Unternehmen aus bestimmten Ländern zurückzögen, wenn die Regelungen unangemessen und in der Praxis nicht durchführbar seien. Außerdem müsse man die Corona-Krise mitbetrachten. Auch wird der Vorrang einer gesamteuropäischen Lösung gegeben, um Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU …

Petition zur Initiative Lieferkettengesetz

Im Jahr 2020 wollen wir gemeinsam mit der Initiative Lieferkettengesetz Druck machen für verbindliche Regeln für deutsche Unternehmen, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Unterstützen Sie uns dabei und unterzeichnen Sie die Petition an Angela Merkel: Mehr Informationen zum Engagement der Kampagne Bergwerk Peru und zur Initiative finden Sie hier: http://www.kampagne-bergwerk-peru.de/aktuelles/initiative-lieferkettengesetz-kampagne-bergwerk-peru-und-infostelle-peru-sind-als-unterstuetzer-organisationen-dabei/

Briefaktion: Verschmutzung des Titicacasees muss ein Ende haben! Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung gefordert!

Copyright Foto: derechoshumanospuno.org (Quelle: servindi.org)

Die Briefaktion endete am 26. September 2017. Den Originalbrief sowie weitere Informationen können Sie hier als pdf-Datei herunterladen: Originalbrief auf Spanisch Hintergrundtext und deutsche Übersetzung des Briefes Zusätzlich zu den Online-Unterschriften haben wir während unserer Filmtour vom 24. April bis 7. Juni 2017, bei der der Filmemacher Heeder Soto seinen Dokumentarfilm „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ vorstellte, einen Großteil der Unterschriften über Listen gesammelt. Insgesamt haben 1.229 Menschen ihre Stimme erhoben, etwas gegen die katastrophale Situation am Titicacasee zu tun. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben! Für die Unterschriftenübergabe werden wir uns mit den Organisationen vor Ort koordinieren und weiter darüber informieren! Die Unterschriftenaktion wird getragen von: Kampagne „Bergwerk Peru – Reichtum geht, Armut bleibt“   Derechos Humanos y Medio Ambiente Puno (DHUMA) (Peru) Instituto de Defensa Legal (Peru) Bistum Mainz – Referat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden BLUEPINGU e.V. (Nürnberg) CATAPA (Belgien) COMUNDO (Schweiz) CooperAcción (Peru) Christliche Initiative Romero e.V. (Münster) FOKUS Perusolidarität e.V. (Bielefeld) Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V. (FDCL) Informationsstelle Peru e.V. (Freiburg) PANAL – Puente Andino Alemán e.V. (Mainz) Red Muqui (Peru)

Yanacocha: Máxima Acuña und ihre Familie erneut drangsaliert

Quelle: servindi.org

Máxima Acuña und ihre Familie haben erneut von Drangsalierungen und Einschüchterungsversuchen gegen sie berichtet. Dieses Mal handelte es sich bei den Verantwortlichen um bewaffnete Angehörige des Sicherheitspersonals eines Bergbauunternehmens. Die Kleinbauernfamilie steht wegen der Eigentümerschaft des von ihr bewohnten Grundstücks im Norden von Peru mit dem Unternehmen im Rechtsstreit. Die Familie geht davon aus, dass die Drangsalierungen und Einschüchterungen darauf abzielen, sie von ihrem Land zu vertreiben. Laut verschiedener peruanischer Menschenrechtsorganisationen betraten am 2. Februar 2016 um 9:30 Uhr mehrere private Sicherheitsleute des Bergbauunternehmens Minera Yanacocha das Grundstück, auf dem Máxima Acuña und ihre Familie seit mehr als 20 Jahren leben, und zerstörten die Kartoffelernte, die den Eigenbedarf der Familie decken sollte. Die Familie meldete den Vorfall an die Staatsanwaltschaft. Zwei Tage zuvor war der Hund der Familie lebendig, aber mit einer Stichwunde am Hals, aufgefunden worden. Máxima Acuña und ihre Familie – Kleinbauern, die für den Eigenbedarf anbauen – stehen mit dem Bergbauunternehmen Minera Yanacocha wegen der Eigentümerschaft des von ihnen bewohnten Grundstücks in Tragadero Grande im Bezirk Sorochuco in der Region Cajamarca seit …

Petition „Keine Rohstoffe, die Konflikte finanzieren!“

Quelle: http://stop-mad-mining.org

Die Kampagne Bergwerk Peru unterstützt eine Petition des Netzwerks „Stop Mad Mining“, mit der das Wirtschaftsministerium aufgefordert wird, sich für verbindliche Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette bei Konfliktrohstoffen einzusetzen. Das europäische Parlament hat sich in einer Abstimmung am 20. Mai für die Einführung einer verbindlichen Sorgfaltspflichten für Unternehmen entlang der Lieferkette bei der Nutzung von Konfliktrohstoffen ausgesprochen (vgl. PowerShift). Es geht bei dieser Verordnung darum, dass europäische Unternehmen ihre Lieferketten überprüfen und ausschließen, dass durch den Erwerb von Rohstoffen Bürgerkriege oder blutige Konflikte, wie zum Beispiel in der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien oder Afghanistan, finanziert werden. Viele bewaffnete Gruppen erzielen Einnahmen aus dem Abbau oder dem Handel mit Rohstoffen. Jetzt müssen die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten den schwachen Entwurf der EU-Kommission überarbeiten (Informationen zu Lieferkettenverantwortung). Eine besondere Rolle kommt dabei der Bundesregierung zu. Sie diskutiert im Moment über eine Positionierung. Das Bundeswirtschaftsministerium hat bei Anhörungen im Parlament durchaus Bereitschaft signalisiert, eine EU-Verordnung verpflichtend zu gestalten. Vor allem Unternehmensverbände laufen dagegen Sturm. Daher ist es jetzt wichtig, sich für eine starke Regulierung auszusprechen …