Alle Artikel in: Aktuelles

Ein wirksames Lieferkettengesetz schützt Mensch und Natur in Peru

Stellungnahme der Informationsstelle Peru e.V. und Kampagne Bergwerk Peru Ein wirksames Lieferkettengesetz schützt Mensch und Natur in Peru Als Netzwerk der Solidaritätsarbeit mit peruanischen Partner*innen unterstützen wir aktiv die Initiative für ein deutsches Lieferkettengesetz (https://lieferkettengesetz.de/). Es ist unerträglich, wie die Unternehmerverbände mit allen – auch unseriösen Informationen – dieses wichtige Instrument bekämpfen. Sie stellen sich so dar, als wären sie nicht in der Lage, die Lieferketten zu verfolgen und könnten daher die Missachtung von Menschen- und Umweltrechten nicht verhindern. Auf Produktions- und Lieferprozessen beruhende Qualitätsversprechen werden aber gegeben. In unseren 30 Jahren solidarischer Arbeit haben wir immer wieder ausbeuterische und umweltzerstörerische Unternehmen öffentlich kritisiert und die von ihrem Handeln betroffenen Arbeiter*innen sowie andine oder amazonische Gemeinden unterstützt. Dies betrifft insbesondere die Wirtschaftsbereiche, die für die Exporte Perus, insbesondere nach Europa und Deutschland, wichtig sind: Bergbau Peru fördert zahlreiche metallische Rohstoffe, darunter v.a. Gold und Kupfer. Beim Goldabbau werden „legal“ große Mengen von Zyanid und Quecksilber eingesetzt, und der Wasserverbrauch ist enorm. Andinen Gemeinden wird regelrecht ihr Wasser „gestohlen“. Vom illegalen Goldabbau im amazonischen Regenwald ganz …

Rastlos, kenntnisreich und engagiert: Ein Nachruf

© Santiago Engelhardt

von Michael Schrick, Koordinationsteam der Kampagne Bergwerk Peru Rastlos, kenntnisreich und engagiert Mathias Hohmann ist gestorben Kaum zu glauben: mehr als zwanzig Jahre ist es her, als ich Mathias kennenlernte. Kurz zuvor war die Vereinbarung zur Städtepartnerschaft zwischen Köpenick und Cajamarca von den damaligen Bürgermeistern Dr. Klaus Ulbricht und Lucho Guerrero unterschrieben worden, da klinkte sich ein junger studierter Bergmann und Umwelttechniker ehrenamtlich in unsere Arbeit ein und half, wo er konnte. War bei Besuchen zur Stelle, dolmetschte, gab Tipps, stieß als Mitglied unserer Berliner „Geburtshelfer“-NGO KATE erste gemeinsame Projekte an. Und als 2001 die erste StäPa-Broschüre erschien, war er gleich in der Redaktion dabei und schrieb bald seinen ersten Broschürenartikel über ein Projekt zum ökologischen Landbau. Weitere Artikel folgten. Von Anfang an galt seine Sorge den sozialen, menschenrechtlichen und Umweltfolgen des Bergbaus in Cajamarca, der seit 1993 mit der Yanacocha-Mine die damals größte Goldabbaustätte auf dem lateinamerikanischen Kontinent betrieb. Auch mich steckte er mit seiner Neugier, seinen Sorgen an. 2003 konnte ich bei einem Aufenthalt in der Partnerstadt den Kontakt mit der bergbaukritischen NGO …

Neue Rohstoffstrategie der Bundesregierung verabschiedet

Peru ist ein wichtiger Rohstofflieferant für die deutsche Industrie, beispielhaft ist der große Kupferimporteur Aurubis in Hamburg zu nennen. Hier wird Kupferkonzentration zu Kupferkathoden geschmolzen, Ausgangsprodukt für die deutsche Elektroindustrie. Etwa 20 Prozent des von Aurubis importierten Kupfers stammen aus Peru. Dies macht deutlich, dass für Peru die Ausrichtung der Rohstoffpolitik der Bundesregierung eine große Bedeutung hat. Die Verankerung von menschenrechtlichen und Umweltkriterien in den Verpflichtungskatalog von Unternehmen könnte unmittelbare positive Auswirkungen auf die Situation in den peruanischen Bergbaugebieten haben. Doch der politische Wille dazu fehlt nach wie vor. Am 15. Januar 2020 verabschiedete das Kabinett die neue Rohstoffstrategie der Bundesregierung. Für den bundesweiten Arbeitskreis Rohstoffe, ein Netzwerk deutscher NROs, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz im Rohstoffbereich einsetzen, bleibt die neue Rohstoffstrategie hinter dem Koalitionsvertrag und aktuellen Initiativen zur gesetzlichen Regulierung von Lieferketten und zur EU-Handelspolitik zurück. Der AK Rohstoffe veröffentlichte dazu eine Pressemitteilung, die auf der Webseite von Powershift e.V. nachzulesen ist. Die Kampagne Bergwerk Peru als Mitglied des AK Rohstoffe unterstützt diese Forderungen. https://power-shift.de/neue-rohstoffstrategie-der-bundesregierung-ignoriert-klimaschutz-und-menschenrechte/ Mehr zum Thema Deutsche Kupferimporte in …

Initiative Lieferkettengesetz: Kampagne Bergwerk Peru und Infostelle Peru sind als Unterstützer-Organisationen dabei

Gold- und Kupferminen, Staudämme, Palmöl-Plantagen: Wie oft erfahren wir von unseren Partnergemeinden und von den bergbaukritischen Organisationen und Netzwerken in Peru, wie bei Großprojekten die Rechte der einheimischen Bevölkerung missachtet, Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört werden. Das passiert überall auf der Welt, und oft sind in der Lieferkette deutsche Unternehmen involviert. Deshalb hat sich im August die „Initiative Lieferkettengesetz“ gegründet: Damit deutsche Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, auch im Ausland Menschenrechte und Umweltstandards zu achten. Die Kampagne Bergwerk Peru und die Informationsstelle Peru sind der Initiative als Unterstützerorganisationen beigetreten. Zentrales Element ist eine Online-Petition an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Sie hier unterzeichnen können: http://www.kampagne-bergwerk-peru.de/aktionen/petition-zur-intitiative-lieferkettengesetz/ Nähere Informationen kann man in der Pressemitteilung vom 10.09.219 zum Launch der Initiative nachlesen: https://lieferkettengesetz.de/pressemitteilung/gegen-gewinne-ohne-gewissen-breites-bundnis-der-zivilgesellschaft-fordert-lieferkettengesetz/ Auf der Webseite findet sich auch weiteres umfangreiches Informationsmaterial zum Downloaden und Bestellen.

O tempora, o mores! Der Odebrecht-Skandal und der Bergbau in Peru als Themen beim Kirchentag in Dortmund

© Bernd Hippler, Perukreis St. Martin

von Michael Schrick Vom 19. bis 23. Juni 2019 fand in Dortmund der 37. Deutsche Evangelische Kirchentag statt. In Zusammenarbeit mit der ökumenisch-kritischen Zeitschrift Publik-Forum, die in der (katholischen) Kirchengemeinde St. Martin ihr Kirchentags-Zentrum eingerichtet hatte, konnten von der Infostelle Peru und der Kampagne „Bergwerk Peru – Reichtum geht, Armut bleibt“ auch zwei Veranstaltungen angeboten werden. Vorab ein Wort zur Gemeinde St. Martin: seit unglaublichen 55 Jahren ist sie partnerschaftlich mit verschiedenen Aktivitäten in Cajamarca verbunden, u.a. durch eine Gemeindepartnerschaft und durch Freiwillige beim Projekt MANTHOC für arbeitende Kinder. Dass Publik-Forum sich ausgerechnet St. Martin als Partner ausgesucht hatte, war wahrscheinlich kein Zufall, aber für uns ausgesprochen vorteilhaft. Am Samstag, 22. Juni, war es auch für die Vertreter*innen der Kampagne „Bergwerk Peru – Reichtum geht, Armut bleibt“ und der Infostelle Peru endlich soweit. Vormittags fand im Gemeindesaal eine szenische Lesung zur Korruption in Lateinamerika und speziell in Peru am Beispiel des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht statt. Die etwa 30 Anwesenden lauschten gebannt den Auszügen aus den Verhören der Staatsanwaltschaft, die diese mit den wichtigsten an der …

Ankündigung: Kampagne Bergwerk Peru beim Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund

© Publik-Forum

Die Kampagne Bergwerk Peru ist im Rahmen des Publik-Forum-Veranstaltungszentrums „Mensch, wem vertraust Du?“ zum Evangelischen Kirchentag 2019 an zwei Veranstaltungen beteiligt: Samstag, 22. Juni 2019, 11:00 bis 12.30 Uhr Doku-Lesung zum Odebrecht-Skandal: „Korruption – ein gesellschaftliches Krebsgeschwür“ Details im Kalender Samstag, 22.06.2019, 14.00 bis 16.00 Uhr Podium „Können wir uns die Schöpfung noch leisten? Zerstört der Kapitalismus die Schöpfung? Schließen sich Ökologie und soziale Gerechtigkeit aus?“, Details im Kalender Das Publik-Forum-Veranstaltungszentrum findet in der Katholischen Gemeinde St. Martin, Gabelsbergerstr. 32, 44141 Dortmund, statt. Der Besuch ist möglich ohne Eintrittskarte zum Kirchentag. Während des Kirchentags (19. bis 23. Juni 2019) wird dort außerdem die Ausstellung der Kampagne Bergwerk Peru gezeigt.

Das neue Gold der Anden: Lithium

© Andina
© Andina

von Heinz Schulze, mit fachlicher Unterstützung durch Ing. Peter Wicke, Günter Wippel und Peter Diehl (WISE – Uranium Project) Früher hieß weißes Gold mal Porzellan oder Elfenbein. Jetzt wird das Lithium mit Gold verglichen. Es ist ein Leichtmetall, ein Alkalitmetall. Es ist selten und hat an der Erdkruste einen Anteil von 0,006%. Interessant wurde es, als aus dem Lithium in den USA das Tritium gewonnen wurde – das zum Bau von Wasserstoffbomben diente. Lithium wird benötigt für Smartphones, Laptops, Elektro- oder Hybridautos, E-Bikes etc., steckt aber auch in Glas, Keramik oder findet als Schmiermittel Verwendung. Seit längerer Zeit sind Uranvorkommen in den südlichen Anden, nahe der Kleinstadt Macusani in der Provinz Carabaya, Departement Puno, bekannt. Sie befinden sich rund 150 Kilometer vom Titicacasee entfernt auf einer Höhe von 4.700 Metern. Wegen der Gefährlichkeit des Urans wurde die weitergehende Exploration geheim durchgeführt; man ging in Fachkreisen von mehr als 6 Millionen Tonnen Uran aus. Zusätzlich zum Uran wurde jetzt dort mineralisches Lithium („Spodumene“ – im Unterschied zu Salzlaken-Lithium) gefunden. Dieses mineralische Vorkommen könnte das größte in …

Vom Aasee zum Titicacasee – Kampagne Bergwerk Peru beim 101. Katholikentag in Münster

Vom Aasee zum Titicacasee – Kampagne Bergwerk Peru beim 101. Katholikentag in Münster

von Dr. Hartmut Heidenreich Außer dass er mit langem A gesprochen wird, könnte man meinen, der münstersche Stadtsee zeige schon im Namen das Problem an: Kontamination des Wassers. Oder Aa-see sei sogar eine Übersetzung von Titi-caca. Aber es geht ja um mehr als um Fäkalien, es geht um Gift und Menschenhandel im Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ (Peru 2017). Aus dem Traumziel für Touristen wurde teils ein Albtraum der (vor allem indigenen) Anwohner, so Dr. Hartmut Heidenreich in der Begrüßung. Verseuchtes Wasser, erkrankte Menschen, tote Fische, missgebildete Lamaföten, gar Andeutungen zu Menschenhandel und -opfern zeigt der Film über Folgen des (Gold-)Bergbaus den teils erschütterten Zuschauer/innen. Der Filmemacher Heeder Soto stellte sich dem Gespräch mit den Besucher/innen nach der Präsentation seines Werks in der Katholisch-Theologischen Fakultät, moderiert von Hermann Herf und übersetzt von María Eugenia Lüttmann Valencia, und einer Fülle von Rückfragen. Ein anschließender Workshop mit Kerstin Kastenholz und Silvia Bodemer ging von Fotos mit Menschen und Szenen des Films und aus der Region Puno aus und vertiefte Aspekte um den Bergbau und Widerstand der …

Titicaca-Film wieder auf Tour!

Copyright: Heeder Soto

Nach der Promo-Filmtour im letzten Jahr touren Heeder Soto und Kerstin Kastenholz dieses Frühjahr wieder mit dem Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ (Titicaca entre el oro y el mercurio) durch Deutschland. Bergbau und soziale Konflikte am Titicacasee Der Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“ des peruanischen Filmemachers Heeder Soto handelt von den sozialen Konfl ikten in der peruanischen Region Puno am Titicacasee sowie auf der bolivianischen Seite des Sees, ihren Ursachen und Konsequenzen. Er verdeutlicht anhand von Zeitzeugenberichten, wie es zu Menschenhandel kommt, wie Flüsse durch Bergbau tot und vergiftet werden und welche Krankheiten Menschen und Tiere haben. In einem Schwenk nach Deutschland nimmt der Film in Interviews mit deutschen Aktivist/innen Bezug zum Widerstand gegen den Braunkohleabbau. Der Filmemacher Heeder Soto ist Künstler, Ethnologe und Dokumentarfilmer aus Ayacucho (Peru). Zuletzt war er mit seinem Film „Memory Walkers – Caminantes de la memoria“ (2014) in Deutschland auf Tournee. Die Termine im Einzelnen: 2. Mai, 19 Uhr | DÜREN | Haus der Evangelischen Gemeinde, Wilhelm-Wester-Weg 1 (mit Heeder Soto) 12. Mai, 14 Uhr | MÜNSTER (Katholikentag), …

Cajamarca und Titicacasee bei der 3. Alternativen Rohstoffwoche

Copyright Illustrationen: Heeder Soto (links), Guarango (rechts)

Vom 16. bis 22. Oktober 2017 findet zum dritten Mal die Alternative Rohstoffwoche statt. Organisiert wird sie vom AK Rohstoffe, wo auch die Kampagne mitarbeitet. Kurz nach der Bundestagswahl bietet die Alternative Rohstoffwoche die Möglichkeit, sich über rohstoffpolitische Zusammenhänge in diversen Kontexten zu informieren. In diesem Jahr sind wir mit einigen Filmvorführungen unter den mehr als 20 Veranstaltungen in zehn deutschen Städten im Programm vertreten. Hier geht es zum kompletten Programm: http://alternative-rohstoffwoche.de/ Unser Thema ist natürlich Peru: einmal die Region Puno mit dem Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“, der schon im Frühjahr Fokus unserer Filmtour mit Heeder Soto war, zum anderen geht es in den Norden Perus, in die Region Cajamarca, mit dem Dauerkonflikt um die Mine Yanacocha und das Erweiterungsprojekt Conga, der im Film „Hija de la laguna / Tochter der Lagune“ veranschauchlicht wird. Wir zeigen diese beiden Filme mit verschiedenen Kooperationspartnern in Berlin, Hamburg, Essen, Münster und Höchstadt/Aisch. Bei allen Vorführungen, außer in Münster, wird es ein Publikumsgespräch geben. Die Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt. Die Termine im Einzelnen: Hija de la …