Einmal Goldkronach, peruanische Anden und zurück: Was es mit dem Gold hier und dort auf sich hat

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Vortrag von Dr. Hartmut Heidenreich, Mitglied im Koordinationsteam der Kampagne

Goldkronach – der Name kommt bekanntlich nicht von ungefähr und Alexander von Humboldt war auch nicht zufällig hier, denn hier hat man noch in unseren Tagen Gestein gefunden mit einem Goldgehalt von 18 g/t. Das ist das 32-fache dessen, was man in einer der profitabelsten und größten Goldminen der Welt in den peruanischen Anden heute noch abbaut – ausgerechnet dort, wo der Eroberer Francisco Pizarro den Inka Atahualpa trotz Zahlung immensen Löse-Goldes umbringen ließ. Alexander von Humboldt, der rund 270 Jahre später zu seinen Forschungsreisen nach Lateinamerika aufbrach, hinterließ dagegen keine Blutspur, sondern lehnte Sklaverei, Rassismus und menschenverachtenden Kolonialismus ab.

Goldabbau heute am Beispiel Peru

In Yanacocha, der größten Goldmine Lateinamerikas, hat man zum Beispiel täglich 600.000 Tonnen Gestein zermahlen, um noch 0,5 g Gold aus einer Tonne Gestein herauszuholen. Das geschieht mit Giften wie Zyanid und Quecksilber und verbraucht immense Mengen Trinkwasser. Zu den Umweltzerstörungen kommen noch Menschenrechtsverletzungen mit ihren sozialen Folgen. Aber auch zigtausende Kleinschürfer an Amazonaszuflüssen kontaminieren mit Quecksilber Boden, Flüsse, Fische und sich selber.

Foto: Ehemalige Laguna Chaquicocha, Copyright: Milton Sánchez C., GRUFIDES