Diskussionsveranstaltung | Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit – Knackpunkt Rohstoffe am Beispiel Kupfer aus Peru

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10.09.2021 15:30 - 17:00
München | EineWeltHaus, Großer Saal
Schwanthalerstraße 80, 80336 München, Deutschland

Foto: © Sjoerd Panhuysen

Diskussionsveranstaltung im Rahmen des KonTraIAA Kongresses

Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit – Knackpunkt Rohstoffe am Beispiel Kupfer aus Peru

Die Automobilindustrie gehört als größte Branche des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland zu den größten Ressourcenverbrauchern. Die metallischen Primärrohstoffe für die immer größer und schwerer werdenden Fahrzeuge der deutschen Autobauer stammen zu fast 100 Prozent aus dem Ausland. Oftmals werden diese unter katastrophalen menschenrechtlichen, ökologischen und sozialen Bedingungen in Ländern des Globalen Südens, wie z.B. in Peru, abgebaut. Das gilt für Metalle wie Stahl, Aluminium und Kupfer, die bereits heute in großen Mengen in allen Autos verbaut werden. Zugleich hat die Antriebswende – also die Umstellung auf Elektromobilität – Rohstoffe wie Lithium und Kobalt, aber auch Grafit und Nickel in den Fokus gerückt. Die Nachfrage nach den metallischen Rohstoffen wie Kupfer wächst und damit auch der Druck auf Abbaugebiete. Peru ist nach Chile das zweitgrößte Exportland für Kupfer weltweit. Megabergbauvorhaben werden um jeden Preis gegen den Protest der lokalen Bevölkerung und mit schwerwiegenden sozialen und ökologischen Folgen durchgesetzt. Der Bergbau führt zu keiner breitenwirksamen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, sondern verhindert vielmehr eine sozial-ökologische gerechte und nachhaltige Zukunft in den Bergbauregionen Perus.

Merle Groneweg, freie Refentin bei PowerShift, skizziert zentrale Erkenntnisse aus der von Brot für die Welt, Misereor und PowerShift herausgegebenen Publikation „Weniger Autos, mehr globale Gerechtigkeit“. Der Vortrag benennt zentrale Probleme der gegenwärtigen Verkehrspolitik und stellt Forderungen für eine sozial und ökologisch nachhaltige Mobilitätswende auf.

Mattes Tempelmann, Berater für Bergbau und nachhaltige Entwicklung bei Misereor, konkretisiert am Beispiel des Kupferbergbaus in Peru die Rahmenbedingungen, Merkmale und Folgen der Rohstoffgewinnung des extraktivistischen Modells.